Filmabend: Migrantische Selbstverteidigung gegen rassistische Übergriffe Anfang der 1990er

Die Veranstaltung ist Teil der Berliner Mobilisierung zur Gedenkdemo in Rostock-Lichtenhagen am 27. August 2022. Der Film „Aufenthalt im Widerstand“ (1991) handelt von migrantischer Gegenwehr durch Jugendliche, die sich zu Beginn der 1990er Jahre in Westberlin dem zunehmenden Naziterror zur Wehr setzten.
Die Forderung nach einer Wiedervereinigung Deutschlands war eine zentrale Forderung der extremen Rechten, die vor 1989 das Ende der DDR herbeisehnten und von einem neuen Großdeutschland träumten. Als dies Realität wurde, taumelte Deutschland in einen nationalistischen Rausch, der sich in einer hohen Zahl von rechten Angriffen und Anschlägen auf Nicht-Deutsche ausdrückte. Mit unserem Filmabend am wollen wir die Sichtweisen der Menschen beleuchten, die für die Vereinigung von Ost und West aus dem deutschen Kollektiv mit Gewalt ausgeschlossen werden sollten: Ehemalige Gastarbeiter*innen und deren Kinder.

Filmabend
Fr. 12.08.2022
19.00 Uhr Open Doors | 20.00 Uhr Film
Zwille – TU Berlin, Fasanenstr. 1, 10623 Berlin (Charlottenburg)

Am 27. August nach Rostock-Lichtenhagen!

Als Teil der Kampagne „Deutschland ist Brandstifter“ mobilisieren wir zur Gedenkdemo nach Rostock-Lichtenhagen. Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 steht für ein Zusammenwirken des rassistischen Mobs auf der Straße und rassistischer Flüchtlingspolitik des Staates in der BRD. So wurde in den frühen 90er-Jahren an vielen Orten in Deutschland Jagd auf Migrant:innen und ehemalige Vertragsarbeiter:innen der DDR gemacht. Die Bilder von traumatisierten Menschen, die nach tagelangen Angriffen auf deren Unterkünfte mit Bussen aus den Orten „evakuiert“ wurden, veranschaulichten diese rassistische Politik der BRD. Die bitteren Folgen waren an vielen Schauplätzen ähnlich.

Rassisten griffen ungehindert Menschen an und die Politiker schwafelten etwas von „Überforderung der Bevölkerung durch unkontrollierte Wellen von Einwanderung“. Durch diese klassische Täter – Opfer Umkehr wurden nicht die Neonazis und alle anderen rassistischen Deutschen zum Problem, welches bekämpft werden muss, sondern es waren Migrant:innen die problematisiert wurden. Mit der darauf folgenden Abschaffung des Grundrechts auf Asyl 1993 entledigte man sich gleich noch einer historischen Verantwortung, welche sich die BRD nach dem 2. Weltkrieg auferlegt hatte.

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Terminübersicht rund um den 1.Mai

Es ist wieder soweit. Der 1. Mai steht bevor und somit auch diverse Aktivitäten gegen Krise, Krieg und Kapitalismus. Eine Übersicht:

30.04., 16:00 Uhr: Kundgebung gegen die Polizeiwache am Kottbuser Tor: mehr Infos hier

30.04., 15:00 Uhr: Kiezdemo in Wedding: Von der Krise zur Enteignung – die Reichen sollen zahlen mehr Infos hier

30.04., 20:00 Uhr: Take back the night! FLINTA* Demo für die Zerschlagung des Patriarchats: mehr Infos hier

01.05., 10:00 Uhr: Fahrradkorso gegen Verdrängung: mehr Infos hier

01.05., 18:00 Uhr revolutionäre 1. Mai Demo in Neukölln + Kreuzberg: mehr Infos hier

02.05., 13:00 Uhr: Demo – Feier- und Kampftag der Arbeitslosen: mehr Infos hier

No War but Class War!

Weder Russland noch NATO! Schluss mit dem Krieg in der Ukraine! Antimilitarismus statt Aufrüstung!

Demonstration
09.04.2022 | 14 Uhr | U Unter den Linden

Der von der russischen Regierung begonnene Angriffskrieg auf die Ukraine wütet nun bereits seit mehr als einem Monat. Existenzgrundlagen werden zerstört, Zivilist*innen werden ermordet, verletzt oder müssen sich auf die Flucht begeben.

Um antimilitaristische Positionen auch hier auf die Straße zu tragen, rufen wir am Samstag, den 9. April um 14 Uhr zur Demonstration auf.

Mit dem Krieg verfolgt Russland geopolitische Ziele und will sich als Großmacht behaupten. Die Ukraine ist sowohl für Russland als auch für die NATO-Staaten als Einflusssphäre von Interesse. Allen imperialistischen Mächten geht es nur darum, in der Konkurrenz zu bestehen und ihren Herrschaftsbereich zu festigen oder auszubauen. Die Antwort auf den Krieg kann daher auch nicht der Ruf nach der NATO oder noch mehr Aufrüstung sein. Wir fordern das sofortige Niederlegen der Waffen, den Abzug aller Truppen und die Abrüstung aller Großmächte.

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Infoveranstaltung & Vortrag Geschichtsrevisionistische Aufmärsche und faschistisches Gedenken in (Süd-) Osteuropa

Dienstag 25.01.22 19.00 Uhr Regenbogenfabrik
Lausitzer Str. 22 in Berlin-Kreuzberg

Anfang Februar versammeln sich jährlich mehrere tausend Nazis, aus ganz Europa in der ungarischen Hauptstadt Budapest zum “Tag der Ehre” um dort der Waffen-SS und ihren ungarischen Verbündeten zu gedenken.

Auch im lettischen Riga wird jedes Jahr am 16. März ein Gedenkmarsch zu Ehrung der lettischen Waffen-SS durchgeführt. In der bulgarischen Hauptstadt Sofia findet der jährliche Naziaufmarsch zu ehren des NS- Kollaborateurs Hristo Lukov statt und im österreichischen Bleiburg/Pliberk versammeln sich jährlich zehntausende Menschen zum gedenken an die kroatischen Faschisten der Ustaša.

Die Verherrlichung des Nationalsozialismus und seiner Verbündeten und die Relativierung und Leugnung des Holocaust sind zentrale Themen der extremen Rechten nach 1945, nicht nur in Deutschland. Besonders in einigen postsozialistischen Staaten Ost- und Südosteuropas haben sich seit den 1990er Jahren geschichtsrevisionistische und NS-verherrlichende Veranstaltungen etabliert, an denen sich Nazis aus ganz Europa beteiligen.

Die Kampagne “NS-Verherrlichung stoppen” hat sich zum Ziel gesetzt die geschichtsrevisionistischen Aufmärsche in Europa zu stoppen!

Der Vortrag wirft Schlaglichter auf die NS-Kollaboration in (Süd-) Osteuropa, zeichnet die Entwicklung der Geschichtsrevisionistischen Aufmärsche nach und stellt die Kampagne “NS-Verherrlichung stoppen” vor.

Dienstag 25.01.22 | 19.00 | Regenbogenfabrik
[Lausitzer Str. 22 in 10999 Berlin-Kreuzberg]

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Gruppe PostKom und VVN-BdA Berlin

Polizeibericht 2021

Wenn wir uns für linksradikale und autonome Politik stark machen, begegnet uns über kurz oder lang immer die staatliche Gegenmacht. Ihre Erscheinungsformen sind vielfältig – aber besonders machtvoll tritt sie uns als Polizei entgegen. Um das Wissen über Organisation, Struktur, Ressourcen und Taktiken der Polizei zu bündeln und zugänglich zu machen, kamen vor gut einem Jahrzehnt der Polizeibericht 2009 und das Update 2010 heraus. Seit dem letzten Bericht gab es viele Neuerungen innerhalb der Polizei Berlin, daher haben wir eine Neuauflage dieses Einstiegs- und Nachschlagewerkes aufgesetzt. Wir wollen weiterhin solide Kenntnisse über die Institution Polizei, ihren Aufbau, Einsatzmittel und ihr Vorgehen liefern, um informiert und handlungsfähig zu bleiben. Denn allein, dass wir informiert sind, ist für viele Cops kein gutes Szenario.

Das vorliegende Material ist aber auch nur als Momentaufnahme zu verstehen, was eine weitere Beschäftigung mit dem Thema nach wie vor erforderlich macht. Wir hoffen mit dieser Lektüre einige Anregungen zu bieten, wie ein adäquater Umgang mit der Polizei in Zukunft aussehen könnte. Wir haben uns alle Mühe gegeben, aber freuen uns über Hinweise & Korrekturen an: polizeibericht@systemli.org (PGP siehe Webseite).

Den “Polizeibericht Berlin 2021” gibt es ab sofort unter polizeibericht.info